Zum Filmeschauen ins (Alte) Polizeipräsidium
Quelle: Norbert Miguletz©

Viele Filme im Freien

Hof, Dach, Wald, Wiese

Open-Air-Kino geht (fast) überall

Sommer ist Open-Air-Kino-Zeit. Und längst gibt es kaum mehr einen Ort, der dabei nicht bespielt wird. Kino auf dem Dach, Kino im Wald, Kino auf der grünen Wiese sind längst Klassiker. Und manche Menschen gehen für gute Filme sommers sogar freiwillig in ein Polizeipräsidium. Nun ja, ein ehemaliges zumindest …

»Bilderwerfer« – der Name ist Programm. Nein, nicht dass das Publikum dabei mit Bildern beworfen wird. Diese werden, wie es sich für ein gutes Filmprogramm gehört, »auf die Leinwand« geworfen. Und diese wiederum steht auf der großen grünen Wiese vor dem Wiesbadener Hauptbahnhof, welche zugleich der Tummelplatz für unzählige Picknickdecken ist, auf denen sich ein buntes Publikum für eines der charmantesten Filmfestivals der Region niederlässt. Manche bringen auch Stühlchen mit (die man/frau dann aber eher am Rande aufbauen sollte), andere Weinflaschen und ein komplettes Picknick. Die »Bilderwerfer« sind eine der vielen großen und kleinen Filmhappenings, die in diesen Wochen als Reihen oder als mehr oder minder zusammenhängende Festivals daherkommen (weiter lesen).


Wird gleich voll hier: Fahrrad(&)Kultur im Herzen von Offenbach
Quelle: Hans-Jürgen Herrmann©

Offenbach | Orte & Menschen

Rad. Kultur. Repair. Café.

Soziokultur pur in Offenbachs »radraum«

Der Raum ist belebt. Wobei »Raum« hier ein sehr großzügiger Begriff ist. Menschen, die sich im langgezogenen Ladenlokal tummeln, die großformatigen Strichzeichnungen in den Schaufenstern betrachten. Menschen, die vor dem Laden auf dem Trottoir stehen und bei einem kultigen Radler plaudern. Menschen, die daneben an den orangenen Café-Tischen entspannt ihren Minztee schlürfen (und auch plaudern). Menschen, die gegenüber auf dem kleinen Parkstück stehen und das gleiche tun, wie die Menschen auf dem Trottoir. Dazwischen zahlreiche Fahrräder und zuweilen auch Teile davon. Fahrräder im Pulk an diversen Anschlussmöglichkeiten, einzelne Fahrräder am Haken in den Schaufenstern, Fahrradpumpen und Satteltaschen da und dort. Kaffeetassen mischen sich mit Kids, Fahrradanhänger mit den kleinen Strichfiguren des Künstler-Phantoms Peng. Wobei das Wort »Fahrradanhänger« gerne frei interpretiert werden darf … (weiter lesen).


So oder ähnlich funktioniert Hooked on a Book
Quelle: Luise Wüstling©

Region | Hooked on a Book

Buch-Sitz-Steh-Greif-Dialoge

Buch-Geschichten der etwas anderen Art

Wie bringt man in Rhein-Main Kultur in die Region, zugleich noch zu den Menschen und obendrein diese auch noch zueinander? »Hooked on a Book«, ein Gesprächsformat für zwei Menschen und ein Buch, gelingt dieser anspruchsvolle Dreisatz derzeit immer mal wieder.

Ein gutes Dutzend Tische, eine ziemlich genau doppelte Anzahl von Menschen, ein gut illustriertes Buch und eine knappe Anleitung – Mehr braucht es an diesem frühen Abend im urigen Kulturtreff »Schanz« im kleinen Mühlheim nicht. Das Buch, es liegt anfangs in der Mitte der Tische, an denen sich jeweils ein Paar zweier Menschen recht zufällig zusammenfindet. Nun ja: ganz zufällig nicht. Alle Teilnehmer*innen des Abends mussten sich bei der Stadt oder den Organisatoren anmelden, wurden sodann paarweise zusammengemixt und teilten fortan Tisch, Stühle und eben jenes Buch für den Abend. Das Buch wiederum, fein illustriert von Luise Wüstling, enthält Sentenzen und Anregungen, sorgsam orchestriert von Helgard Haug. Sentenzen und Anregungen, um miteinander ins Gespräch und ins Interagieren zu kommen. Sich Geschichten aus dem eigenen Leben zu erzählen oder gegenseitig die Hände des / der anderen zu betrachten. Wenn diese mal für einen Moment nicht zum Reden gebraucht werden. Oder zum munteren Drehen und Wenden, zum Vor- und Zurückblättern des Buches … Was anfangs im Sitzen abläuft, geht später auch noch in angeregte »Ste(h)-Greif-Geschichten« über … (mehr lesen).


Kunst korrespondiert mit Kunst in der Region
Quelle: Bernd Essling©

Region | Biennale am Main

Künstler. Innen. Schauen.

Vier Häuser voller Kunstkorrespondenzen

Kultur ist in der Region Frankfurt-Rhein-Main metropolenorientiert. Soll heißen: stark an und auf Frankfurt ausgerichtet. Wie macht da die Region auf sich aufmerksam? Ein gutes Beispiel war und ist in diesem Frühjahr die »Biennale am Main» mit vier Orten abseits des Mainstreams. 

Zugegeben: Das kleine Türmchen ist etwas versteckt am Rande der Altstadt und nahe am Main gelegen. Wenn man/frau mit Öffentlichen vom Bahnhof aus kommt, müssen sie schon einmal »mittendurch« über einige Plätze und durch einige Gassen. Und ja: Flörsheim, um dessen Altstadt es geht, ist jetzt auch nicht gerade der »Nabel« der Kunst- und Kulturszene der Region. Umso mehr überrascht, was sich in dem kleinen mittelalterlichen Türmchen und dem neuzeitlichen Anbau auftut. Vier, teils großzügige Stockwerke Ausstellungsraum vom Feinsten. Und mehr noch: Alles gut gefüllt mit Werken von Kunst- und Kulturschaffenden aus der fast schon gesamten Region, wie man sie auch in Darmstadt, Wiesbaden oder Frankfurt in dieser Fülle abseits der Museen nicht jeden Tag sieht. Michelle Concepción, Nandu Kriesche oder das Duo Moritz Schneidewendt & Paul Pape sind vertreten. Namen, die sehr wohl ein Stück Kunst- und Kulturszene der Region sind (mehr lesen).


Ein kleines Biotop belebt die Offenbacher Innenstadt
Quelle: Robert_Schittko / Stadt Offenbach©

OF | Orte & Menschen

Klima erlebenswert

Das Scape° in Offenbach

Welchen Einfluss hat der Mensch auf das Klima? Wie wird das Wetter vorausgesagt? Und: sind Wetter und Klima eigentlich dasselbe? Antworten auf diese Fragen gibt es bei einem Besuch im Scape° – Wetter. Klima. Mensch. in Offenbach, einem interaktiven Ausstellungs- und Erlebnisraum mitten in der Innenstadt; zu den Kunstansichten auch noch mit Kultur gemischt. 

Offenbachs Innenstadt ist ein »Hotspot«. Dies gilt auch und insbesondere für die Gestaltung des Stadtraums. Wenig Grün, viel graue, versiegelte Fläche. Da wundert es kaum, wenn sich in dem großflächigen Ladenraum am Beginn der Fußgängerzone Menschen drängen, die allerdings nicht einkaufen, sondern sich informieren wollen. Tafeln, Stellwände, graphische Darstellungen, viele Zeichnungen, Experimentierfläche ziehen die Leute an. »Grüne Mitte« heißt diese Mischung aus Ausstellung und Info-Veranstaltung, in welcher Ideen vorgestellt werden, wie dieser Hotspot angenehmer gestaltet werden könnte. Es geht um ein kleines Stadtwäldchen mitten in der weitläufigen Fußgängerzone, um Begrünungen und Entsiegelungen, aber auch um Probleme, welche eine Innenstadt mit sich bringt, in der große Teile auf Tiefgaragen fußen und an diesen Stellen zum Beispiel Bäume es schwer haben. Und doch: eine als realistisch eingeschätzte Idee sind 200 neue Bäume – was deren Zahl verdreifachen würde. Allerdings: bis 2050 (weiter lesen).